3 Schritte um normales Leben mit Genitalherpes zu führen

Herausgeber: chlamydien-frei.de | Genitalherpes

Bei der Diagnose “Genitalherpes” denken viele Betroffene, dass das normale Leben vorbei ist. Aber Tatsache ist, dass Millionen von Menschen (auch Promis und Sternchen) mit Genitalherpes ein ganz normales Leben praktisch ohne  Einschränkungen führen.

Ein ganz gewöhnliches (Sexual-) Leben ist auch mit der Diagnose Genitalherpes absolut möglich.

Lernen Sie unsere 3 simple Schritte kennen, die dabei helfen können ein völlig normales Leben trotz Genitalherpes Diagnose zu führen:

Körper stärken und Ausbrüche seltener machen bzw. verhindern.

Mit neuen Partnern über Genitalherpes reden können.

Partner vor Ansteckung schützen (und sich selbst vor weiterer Ausbreitung von Genitalherpes).

Schritt 1: Lernen, wie man Herpes Ausbrüche seltener macht

Um die Ausbrüche von Genitalherpes zu vermeiden, muss man:

  • das Immunsystem stärken
  • Ausbrüche im Frühstadium erkennen und sofort handeln (Aciclovir, Honig, Herpotherm)
  • eventuell eine Niedrigdosis-Therapie mit Aciclovir einleiten

Gehen wir alles der Reihe nach durch.

1. Das Immunsystem stärken

Ein starkes Immunsystem verhindert Ausbrüche von Genitalherpes und schützt auch nebenbei vor anderen Krankheiten.

Gerade Menschen, die an einer nicht ursächlich heilbaren Krankheit wie Genitalherpes leiden, sollten deshalb besonders auf ihre sonstige Gesundheit achten.

Hier sind die genauen Faktoren, die beim Immunsystem eine zentrale Rolle spielen:

1.1 Ausgewogene Ernährung

Wichtig ist natürlich eine ausgewogene Ernährung, die alle Vitamine und Mineralstoffe enthält. Eine gute Flüssigkeitszufuhr sorgt zudem dafür, dass allen im Körper gut transportiert wird und alle Nährstoffe ihren Bestimmungsort finden.

1.2 Fastfood vermeiden

Dies gilt auch für Fastfood und ähnliche Nahrung. Diese enthält wenig, was ihr Körper braucht, aber dafür umso mehr, was ihn belastet:

  • Transfette führen zu körperweiten Entzündungen der Blutgefäße
  • Der in allen Fast Food Produkten enthaltene Zucker ist aber ein noch größerer Feind des Immunsystems:

1.3 Hoher Zuckerkonsum = um 40% geschwächtes Immunsystem

Unzählige Studien beweisen, dass Zuckerkonsum das Immunsystem stört. Hier ist ein Auszug:

By drinking 1 Liter bottle of soda or by eating 100 gram sugar, the reactivity of WBCs reduces 40%. This can make our immune system disable for 4 or 5 hours. (Quelle)

Auf gut Deutsch: 1 Liter Saft oder Softdrink wie Cola sorgt dafür, dass die Reaktivität der weißen Blutkörperchen im Blut um 40% zurückgeht, sodass das Immunsystem für die nächsten 4-5 Stunden deaktiviert sein kann.

1.4 Alkohol und Zigaretten aufgeben

Alkohol und Zigarettenrauch sind schlecht für das Immunsystem, da es sich um Zellgifte und teilweise karzinogene Substanzen handelt.

Entsprechend hilft ein Verzicht, mindestens sollten Sie aber Ihren Konsum reduzieren. Ihr gesamter Körper wird es Ihnen danken.

1.5 Mehr Bewegung

Weiterhin sind mangelnde Bewegung und schlechter Schlaf sehr belastend für das Immunsystem. Wer sich viel und am besten an der frischen Luft bewegt, ist nicht nur körperlich fitter, sondern hat auch stärkere Abwehrkräfte.

TIPP: Streben Sie 2 Stunden “Walking” oder 10.000 Schritte pro Tag an.

Das ständige Sitzen sollte man ebenfalls unterbrechen: Bildschirmpausen mit fünfminütigen Spaziergängen jede Stunde wirken bereits Wunder.

1.6 Gesunder Schlaf für stärkeres Immunsystem

Gesunder Schlaf ist sehr wichtig, denn während des Schlafs finden viele Stoffwechselprozesse statt, was auch bedeutet, das Zellen erneuert werden können.

Das bedeutet, dass das Immunsystem im Schlaf aufgebaut werden kann. Wichtig ist dabei vor allem eine ausreichende Schlafmenge – empfohlen sind 7 bis 9 Stunden täglich.

TIPP: 4-5 Stunden vor dem Schlafen nichts essen. 

Hier ist warum: in der ersten Hälfte des Schlafs wird der Körper regeneriert, und in der zweiten Hälfte vermehrt die Psyche.

Das bedeutet, dass das Immunsystem schlechter erneuert werden kann, wenn man in der ersten Hälfte der Nacht keinen allzu tiefen Schlaf erreicht.

Und was kann tiefen Schlaf abschwächen?

Richtig: wenn man vor dem Schlafen Nahrung zu sich nimmt. Darum: 4-5 Stunden vor dem Schlafen nichts essen, die einfache Regel ist das gute alte “Nichts essen ab 18:00”.

1.7 Weniger Stress = Mehr Immunsystem

Stress belastet das Immunsystem.

Körperlicher Stress 

Körperlicher Stress macht krank und lässt uns schnell altern. Zum körperlichen Stress gehört zum Beispiel das “Overworking” – wenn man zu viel arbeitet und sich nie die Ruhe gönnt.

Einen stressigen Job kann man zwar nicht immer mal so eben wechseln, aber zumindest sollte man regelmäßig für Regenerierung sorgen: Nachts, am Wochenende, und alle Paar Monate kurzer Ausflug oder Urlaub.

Man sagt: die Nacht gehört dem nächsten Tag, das Wochenende gehört der nächsten Woche, und der Urlaub gehört der nächsten Arbeitsphase.

Wenn man diese Erholungsphasen nicht einhält, kann der Körper dem Stress nicht standhalten. Gönnen Sie sich immer wieder mal eine Pause.

Mit Stress ist aber nicht nur körperlicher Stress, wie etwa durch die Arbeit gemeint, sondern auch psychischer Stress.

Psychischer Stress

Stress kann auch psychisch sein – Streit mit Freunden, Kollegen und Verwandten, emotionaler Missbrauch, Verlust der liebsten Menschen, das alles kann uns psychisch ganz schön mitnehmen.

Auch Mutter sein ist ein stressiger Job und ist mit viel Verantwortung verbunden, was einen ständig auf Spannung halten kann.

Aber egal, was die Ursache für Ihren psychischen Stress ist, die Wege diesen Stress zu reduzieren sind meist dieselben.

Lösung Nr. 1: den Stress schlicht vermeiden. Stressige, aber unwichtige Telefonate oder Treffen kann man oft umgehen. Manchmal ist es besser, sich Zeit für sich zu nehmen.

Auch ist es eine gute Idee sich mal krank schreiben zu lassen, wenn man spürt, dass das Immunsystem bald nicht mehr mit macht.

Wenn Vermeidung nicht möglich ist, sollte man den Stress zumindest auf aktive Weise reduzieren:

Lösung Nr. 2: Stress verringernde Atemtechniken. Es funktioniert wie ein Zauber, probieren Sie es jetzt aus: einfach 10 Mal tief ein- und ausatmen. Alleine das senkt die Stresshormone im Körper deutlich.

Normalerweise atmen wir sehr flach unter Stress und merken das gar nicht. Sobald man aber aktiv tief und intensiv atmet, bekommt der Körper das Signal, dass “alles OK ist und Stresshormone heruntergefahren werden dürfen”.

Jeder, der diese Atemtechnik ausprobiert, ohne Ausnahmen, ist davon begeistert. Wir empfehlen mindestens 1 mal pro Tag sich 2 Minuten Pause zu gönnen und 30 mal tief ein- und auszuatmen. Das wird Sie auf Dauer zu einer gelasseneren Person machen.

1.8 Das mit Genitalherpes verbundene Stigma überwinden für mehr Seelenruhe

Von einem normales Leben kann nicht die Rede sein, wenn man sich schuldig oder weniger Wert fühlt, nur weil man Genitalherpes hat.

Sprechen wir also darüber, wie man dieses Stigma überwinden kann.

Genitalherpes bedeutet für Betroffene oftmals eine psychische Belastung: Das Stigma des Krankseins haftet an ihnen. Es hilft, wenn man sich darüber im Klaren wird, dass Genitalherpes weder selten noch sonderlich gefährlich ist.

Ca. 30 % aller Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit Genitalherpes an und bei circa einem Drittel aller Infizierten kommt es zu wiederkehrenden Symptomen, bei den meisten hingegen nur einmal oder nie.

„Wenn Sie die Diagnose erhalten haben, sollten Sie nicht in Panik verfallen“, rät etwa Sarah Watson, eine Sexualtherapeutin aus den USA.

Auch wenn Sie unter Genitalherpes leiden, der gelegentlich Symptome verursacht, sollten Sie sich deshalb nicht selbst verurteilen oder sich selbst als krank sehen.

Seien Sie sich darüber bewusst, dass sehr viele Menschen dieses Virus in sich tragen und Ausbrüche eine Frage des individuellen Immunsystems und der weiteren Umstände sind.

Die Krankheit mag zuweilen lästig sein, aber man kann gut mit ihr leben. Zudem ist sie – bis auf in ganz wenigen Ausnahmen – völlig harmlos.

Sprechen wir nun über die Arznei, die bei Genitalherpes unersetzlich sind und immer griffbereit sein sollten.

2. Ausbrüche im Frühstadium erkennen und handeln

Ein “normales Leben mit Genitalherpes” ist also nur möglich, wenn man es schafft, die Ausbrüche seltener zu machen oder zu vermeiden. Diesem Thema war der erste Teil dieses Artikels gewidmet. (Alle Infos oben.)

Doch die Ausbrüche von Genitalherpes lassen sich selten komplett vermeiden.

Darum ist es wichtig vorbereitet zu sein und rechtzeitig zu handeln und einen Ausbruch durch richtige Mittel unterdrücken.

Die effektivsten Mittel zum Unterdrücken eines Genitalherpes-Ausbruchs sind:

  • Sofortige Einnahme von antiviralen Tabletten wie Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir
  • Hausmittel wie roher Honig oder Manuka Honig (eines der seltenen Hausmittel, die sehr beliebt und laut Erfahrungsberichten und Studien effektiv sind)
  • Ruhe und guter Schlaf

Sofortiges handeln ist besonders wichtig. Darum sollte man bei ersten Anzeichen eines sich anbahnenden Ausbruchs die entsprechenden Mittel einsetzen.

Sprechen Sie deswegen mit Ihrem Arzt, um ein Rezept für die Tabletten wie Aciclovir zu bekommen und lassen sich beraten welche Dosis passend ist. Und halten Sie die Arznei immer griffbereit.

Normalerweise nehmen die Patienten bei den ersten Genitalherpes-Anzeichen wie Kribbeln und Jucken eine Aciclovirtablette.

2.1:  Behandlung eines Erstausbruch von Genitalherpes mit Virushemmenden Medikamenten.

Je früher die Behandlung des ersten Genitalherpesausbruchs eingeleitet wird, desto effektiver ist sie.

Virushemmende Arznei können die Dauer und das Ausmaß des Ausbruchs um 2 bis 4 Tage mindern.

Der Arzt entscheidet, welches Medikament für Sie am besten passt, in Frage kommen Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir.

Die Medikamente sind sehr ähnlich in der Wirkung und werden bei Genitalherpes alle als Tabletten oral eingenommen.

Aciclovir scheint sich aber als sicheres und vertrautes Mittel der Wahl etabliert zu haben.

Im Falle eines Erstausbruchs empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgende Dosierungen bei einer Behandlungsdauer von 10 Tagen:

  • Aciclovir: 200 mg 5 x täglich oder alternativ 3 x 400 mg
  • Famciclovir: 250 mg 3 x täglich
  • Valaciclovir: 500 mg 2 x täglich

2.2: Behandlung weiterer Ausbrüche von Genitalherpes

In der Regel ist der Erstausbruch von Genitalherpes der schlimmste für die Betroffenen. Weitere Ausbrüche sind meist weniger intensiv, aber dennoch sehr unangenehm.

Viele Betroffene entscheiden sich bei leichten Beschwerden dafür, keine Behandlung zu machen und lassen die Herpesbläschen von selbst abheilen.

Dennoch macht der Einsatz der virushemmenden Medikamente Sinn. Fängt man mit der Behandlung binnen der ersten 24 Stunden nach Ausbruch an, so kann man seine Dauer im Durchschnitt um 2 Tage verkürzen.

Manche Betroffene schaffen es sogar den Ausbruch gänzlich zu verhindern, indem sie bei den geringsten Anzeichen von Genitalherpes mit den Tabletten beginnen.

Die Einnahme sollte allerdings immer unter Aufsicht Ihres Arztes passieren, konsultieren Sie ihn, wenn Sie Genitalherpes auf diese Weise vorbeugen möchten. Er wird sowohl das Rezept ausstellen, als auch das richtige Medikament für Sie wählen.

Laut WHO reicht eine Behandlungsdauer von 2-5 Tagen, soweit es sich nicht um einen Erstausbruch handelt.

Hier sind die empfohlenen Dosierungen der WHO bei wiederkehrenden Ausbrüchen von Genitalherpes:

  • Aciclovir: 400 mg 3 x täglich oder 800 mg 2 x täglich für 5 Tage. Alternativ 800 mg 3 x täglich 2 Tage lang.
  • Famciclovir: 250 mg 2 x täglich für 5 Tage
  • Valaciclovir: 500 mg 2 x täglich 3 Tage lang

Das gilt allerdings für sonst gesunde Menschen. Bei Menschen mit Immunschwäche aufgrund einer Erkrankung wie HIV muss eventuell eine andere Dosierung und Behandlungsdauer gewählt werden.

3. Niedrigdosistherapie um die Herpesausbrüche seltener zu machen

In schweren Fällen kann sich eine sogenannte “Niedrigdosistherapie” anbieten, bei welcher der Herpes-Patient täglich eine niedrige Dosis eines antiviralen Medikaments wie Aciclovir vorbeugend einnimmt.

Dies hilft die Herpes-Ausbrüche seltener und weniger intensiv zu halten. Diese Methode wird besonders bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem angewendet.

Es empfiehlt sich jedoch, alles mögliche dafür zu tun, dass dieser “Ausweg” nicht nötig ist, indem man das Immunsystem stärkt.

Schritt 2: Wie man es dem potenziellen neuen Sex-Partner von der Herpesinfektion erzählt, sodass er es gut aufnimmt

Wie bei allen sexuell übertragbaren Krankheiten, ist auch eine Genitalherpes-Infektion etwas, was immer alle Beteiligten angeht.

Das Verschweigen bringt nichts, denn im schlimmsten Falle wird Ihr neuer Sexualpartner sich infizieren und dann an Symptomen leiden.

Insofern Sie also an Genitalherpes leiden, sollten Sie darüber auch sprechen können. Klären Sie Ihren Partner über die Fakten und Verbreitung auf und werden Sie sich gemeinsam darin einig, wie Sie damit umgehen wollen.

1. Genitalherpes – wie sage ich es dem neuer Partner?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen potenziellen neuen Partner über die Herpes-Infektion aufzuklären. Ein paar Beispiele von Betroffenen Frauen, die darüber berichten, wie Sie über Genitalherpes sprechen:

Laureen (31)

„Ein typischer Einstieg klingt etwa so: ‘Ich habe eine Hautkrankheit, die gelegentlich Entzündungen hervorruft. Es handelt sich um Herpes. Es ist mit einer Therapie gut kontrollierbar. Kennst du jemanden, der es auch hat?’ Dabei ist es nicht nur wichtig, was ich sage, sondern auch wie ich es sage. Ein selbstbewusstes Auftreten und Augenkontakt zeigen, dass ich mich nicht schäme.“

Heather (31):

„Die ersten Male war ich den Tränen nahe, wenn ich es einem neuen Partner erzählt habe. Aber das habe ich hinter mir, denn ich muss mich weder dreckig fühlen noch schäme ich mich. Ich war vor allem überrascht, wie Leute reagiert haben: Niemand hat mich deswegen sitzen lassen oder mich als schmutzig empfunden, was ich eigentlich erwartet hatte. Aber es ist so: Wenn ich zeige, dass da nichts Schlimmes ist, dann nimmt mein Gegenüber es auch so auf.“

Pamela (35):

„Ich hatte einige sehr verständnisvolle Partner und mit anderen war es dann abrupt vorbei, weil sie Angst vor der Krankheit und dem, was es für sie bedeutete, hatten. Aber ehrlich gesagt: Die Infektion mit Genitalherpes hat mich auf gewisse Arten gesünder gemacht: Ich trinke weniger, ernähre mich besser, mache Yoga und hatte lange keinen Ausbruch mehr.“

Jennifer (50):

„Ich habe aus meiner Erfahrung gelernt, dass es das Beste ist, das Thema sofort auf den Tisch zu bringen. Ich erzähle es einem neuen Menschen einfach, wenn ich ihn sexuell attraktiv finde: ‘Du, ich finde dich sehr anziehend und es gibt etwas, was ich dir erzählen will. Ich habe Genitalherpes und ich denke, dass wir jetzt darüber reden sollten.’ Früher habe ich noch über das Wie und Warum gesprochen – das mache ich heute nicht mehr. Der Herpes ist einfach Teil meines Daseins als sexuell aktiver Mensch.“

Missy (27):

„Ich habe schon viele verschiedene Reaktionen erlebt, wenn ich meinen Partnern erzählt habe, dass ich positiv für Genitalherpes getestet bin. Einige hat es nicht interessiert, für andere war es sofort vorbei, was schade war. Ich kläre meine Partner auf und rede über Risiken, Übertragungswahrscheinlichkeit und so weiter. Es gibt keinen Grund, die Krankheit zu stigmatisieren!“

2. Was beim Sprechen über Genitalherpes sonst noch sehr wichtig ist

Diese 3 Tipps werden Ihnen helfen peinliche und unangenehme Momente ersparen, wenn Sie über Genitalherpes sprechen und Ihren Partner darüber aufklären wollen.

  1. Seien Sie vorbereitet. Eignen Sie sich das Wissen an und lernen Sie, Genitalherpes zu erklären. Aufklärung braucht Fakten – und wenn man einmal weiß, was es ist, klingt es auch weniger bedrohlich.
  2. Selbstsicherheit ausstrahlen. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen. Genitalherpes ist häufig, therapierbar und hat nichts mit Schuld zu tun. Zeigen Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Sie nicht unheilbar krank sind, sondern einfach nur ein gelegentlich auftretendes Leiden haben.
  3. Nicht im Schlafzimmer. Das Reden über Geschlechtskrankheiten im Schlafzimmer ist nicht der klügste Schachzug. Das Gespräch über Genitalherpes sollte an einem nüchternen Ort zu einer nicht erotisch aufgeladenen Zeit stattfinden. So wird sichergestellt, dass es ein sachliches, aufklärendes Gespräch wird.

Schritt 3: Partner vor Ansteckung schützen (und sich selbst vor weiterer Ausbreitung)

Fassen wir kurz zusammen.

Im Schritt 1 haben wir gelernt, was man machen muss, um die Genitalherpes Ausbrüche seltener zu machen und wie man im Falle eines Ausbruchs seine Dauer deutlich verkürzen kann.

Im Schritt 2 haben wir gelernt, wie man dem neue Partner über die eigene Diagnose reden kann, sodass er es gut aufnimmt.

Zu einem normalen (Sex-)Leben mit Genitalherpes gehört aber auch, dass der neue Partner unbeschadet bleibt.

Das Restrisiko einer Infektion des Partners ist natürlich nicht zu 100% auszuschließen, doch kann man die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung mit dem HSV2 Virus deutlich verringern. Und darüber sprechen wir hier in Schritt 3.

Hier sind die Maßnahmen, um die Übertragung des HSV 2 Virus auf den Partner zu vermeiden, bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung zu senken:

  • Kondome und Lecktücher beim Sex
  • Auf Sex verzichten während man einen Genitalherpes Ausbruch hat
  • Auch nicht-sexuellen Hautkontakt des Partners zu den Herpesbläschen vermeiden
  • Bei Ausbrüchen sofort handeln
  • Immunsystem fortlaufend stärken
  • eventuell eine niedrig-Dosis Dauertherapie einleiten

Etwas ausführlicher:

1. Verzicht auf Sex und Intimkontakt während eines Ausbruchs

Ganz wichtig ist es, während der Ausbrüche auf Sex zu verzichten. Dies gilt für Vagina-, Anal- und Oralverkehr. Ausgebrochener Herpes ist sehr infektiös und Kondome schützen nur bedingt.

Auch sollten die Stellen nicht berührt werden, Handtücher sollten nicht geteilt werden. Der Kontakt der Geschlechtsorgane sollte während eines Genitalherpesausbruchs vermieden werden.

2. Kondome und Lecktücher

Ist der Ausbruch vorüber und abgeheilt, können Sie aber noch ansteckend sein. Schutz bieten Kondome und Lecktücher, aber auch nicht in 100 Prozent aller Fälle.

3. Immunsystem fortlaufend stärken

Sie können das Ansteckungsrisiko aber minimieren, wenn Sie selbst die Ausbrüche seltener werden lassen und Ihr Immunsystem kräftigen.

Dies dämmt die Vermehrung der Viren ein – und damit auch jegliche Ansteckungsgefahr. Ein gewisses Restrisiko bleibt aber immer bestehen.

4. Herpesausbrüche früh erkennen und sofort handeln

Kündigt sich bei Ihnen ein Ausbruch von Genitalherpes an, so sollte man direkt handeln und entsprechende Hausmittel (wie Honig) benutzen und Tabletten mit antiviralen Bestandteilen zu sich nehmen.

Oftmals können Ausbrüche hierdurch verhindert oder in ihrer Dauer verkürzt werden.

5. Niedrigdosistherapie

Die bereits erwähnte Niedrigdosistherapie hilft das Übertragungsrisiko zu verringern. Hierfür nimmt man täglich eine Tablette ein, was das Übertragungsrisiko um circa die Hälfte senkt.

Allerdings sollte man, wenn man mit Genitalherpes infiziert ist, dennoch alle anderen Vorsichtsmaßnahmen inklusive Kondome beachten.

Wichtig: all diese Informationen stellen allerdings keinen ärztlichen Rat dar, sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt bevor Sie etwas unternehmen.

Oft gestellte Fragen

Neuer Partner sagt er hat Genitalherpes – soll ich mit ihm trotzdem schlafen? Wenn Ihnen Ihr neuer Partner mitteilt, dass er Genitalherpes hat, ist es noch lange kein Grund dafür, auf Sex mit ihm zu verzichten. Achten Sie gemeinsam auf die Sicherheit wie oben beschrieben: kein Sex während der Ausbrüche, starkes Immunsystem, Kondome, eventuell Tabletten.

Seien Sie sich aber darüber im Klaren, dass es immer ein Restrisiko gibt.

Mein Partner (FreundIn) hat Genitalherpes – ist er mir fremd gegangen? Wenn bei Ihrem Sexualpartner Genitalherpes ausbricht, kann dies vieles heißen. Vielleicht wusste Ihr Partner auch nichts von der Krankheit, weil sie nur einmal ausgebrochen ist oder auch noch gar nicht. Genitalherpes bleibt oft  sehr lange oder manchmal auch immer unbemerkt. Auch Sie könnten Ihren Partner angesteckt haben – obwohl Sie keine Symptome hatten.

Wie kann ich Sex haben, ohne dass ich Genitalherpes weitergebe? Wenn Sie sicherstellen wollen, dass Sie das Risiko einer Ansteckung mit Genitalherpes minimieren, dann sollten Sie Kondome verwenden, über eine antivirale Therapie nachdenken und in Zeiten von Ausbrüchen auf Sex verzichten.

Genitalherpes – Partner mitbehandeln oder nicht? Wenn Sie Genitalherpes haben und eine Ansteckung des Partners befürchten, dieser aber keine Symptome aufweist, so ist ein Behandeln des Partners pro forma nicht zwangsläufig nötig. Regelmäßige Tests sollten aber aufgrund des Restrisikos einer Ansteckung stattfinden. Beachten Sie zudem die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen.

Sollte man eine Beziehung mit jemandem beginnen, wenn er von Genitalherpes erzählt? Ob Sie eine Beziehung mit jemandem führen wollen und können, der Genitalherpes hat, müssen Sie für sich selbst entscheiden. Tatsache ist, dass Sie sich anstecken können. Tatsache ist aber auch, dass es Herpes genitales nicht so schlimm ist, wie oft behauptet wird, sondern etwas, womit man gut leben kann.

Wie kann ich erfahren ob ich mit Genitalherpes infiziert wurde? Ob Sie sich mit Genitalherpes infiziert haben, erfahren Sie an den Symptomen wie Herpesbläschen, oder aber – wenn keine Symptome vorliegen – durch einen Test. Wenn Sie dies befürchten, dann wagen Sie den Gang zum Arzt. Sicherheit ist immer besser als Unsicherheit.

Gibt es negative gesundheitliche Folgen für meinen Partner wenn ich ihn infiziere? Für gesunde Menschen mit intaktem Immunsystem ist Genitalherpes nicht gefährlich. Allerdings kann Genitalherpes bei Schwangerschaften zu Komplikationen führen und bei Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben.

Bei Schwangerschaften ist vor allem eine Ansteckung in den ersten Entwicklungswochen gefährlich, weil der erste Ausbruch mit schlimmeren Symptomen einhergeht und auf das Baby übergreifen kann – was aber dennoch sehr selten geschieht.

Referenzen & Bildrechte

Dauertherapie webmd.com

Herpes Preväntion plannedparenthood.org

Safe Sex mit Genitalherpes: plannedparenthood.org

Beziehung mit Genitalherpes Leidenden plannedparenthood.org

Andere Konversationsstarter: womenshealthmag.com

Gesundheitliche Folgen für Partner webmd.com

 

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