Die 6 häufigsten Geschlechtskrankheiten in Deutschland und weltweit

Herausgeber: chlamydien-frei.de | Geschlechtskrankheiten

In den letzten Jahren sind viele Geschlechtskrankheiten wieder angestiegen. Die häufigsten wichtigsten Geschlechtskrankheiten in Deutschland sind Chlamydien, Tripper, Syphilis, HPV, Herpes und Trichomonaden

In den letzten Jahren kann man einen Anstieg an Neuinfektionen vieler Geschlechtskrankheiten beobachten. Die 6 häufigsten Geschlechtskrankheiten in Deutschland sind Chlamydien, Tripper, Syphilis, HPV, Herpes und Trichomonaden. Erfahren Sie hier die Details und Testmöglichkeiten.

Die 6 häufigsten Geschlechtskrankheiten in Deutschland 🇩🇪:

  1. Chlamydien: ca. 300.000 Infektionen jährlich, heilbar, spontane Ausheilung möglich
  2. Tripper: 10-20.000 Fälle, heilbar
  3. Trichomonaden: ca. 8–12 % aller geschlechtsreifen Frauen, Männer meist Träger ohne Symptome, heilbar
  4. Syphilis: ca. 7.500 Fälle, leicht heilbar bei frühzeitiger Erkennung
  5. Genitalherpes (HSV 2): ca. 10-15% der Bevölkerung infiziert, nicht heilbar, aber gut behandelbar
  6. HPV: ca. 23 % der 26-jährigen Frauen mit Hochrisiko-Typen infiziert, ab 30 Jahren geht die Häufigkeit zurück. HPV ist nicht heilbar, aber behandelbar. Bundesamt für Gesundheit empfiehlt Impfungen gegen die krebserregenden HPV Typen 16 und 18 für alle 11- bis 14-jährige Mädchen

Die 3 häufigsten Geschlechtskrankheiten (Trichomonaden, Chlamydien und Tripper) lassen sich mit diesem beliebten und sicheren Heimtest von Dokteronline (Online-Praxis) bequem zuhause feststellen: STD Selbsttest von Microbiome.

Schockierende Infos zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten weltweit 🌍:

  1. Ausmaß: Mehr als 1 Million Menschen weltweit infizieren sich täglich mit verschiedensten Geschlechtskrankheiten
  2. 4 häufigste STDs weltweit: Rund 373 Millionen Neuansteckungen werden auf die 4 häufigsten Geschlechtskrankheiten jährlich zurückgeführt: Chlamydien (131 Millionen), Gonorrhoe (60 Millionen), Syphilis (12 Millionen) oder Trichomoniasis (170 Millionen).
  3. Erblindungen durch Chlamydien: Chlamydien führten weltweit zu 84 Millionen Augeninfektionen, wovon 8 Millionen erblindeten
  4. HPV bei Frauen: Mehr als 290 Millionen Frauen tragen den HPV Virus
  5. HPV, Krebs, Tod: HPV Infektionen führen jedes Jahr zu 528.000 Fällen von Gebärmutterhalskrebs weltweit, von denen 266.000 tödlich enden
  6. Syphilis bei Schwangeren: Über 1.000.000 schwangere Frauen waren in 2016 mit Syphilis infiziert, was in ungefähr 350.000 Fällen zu Geburtskomplikationen und Fehlgeburten führte
  7. Entwicklungsländer: 90 % der Syphilis-Infizierten stammen aus Entwicklungsländern
  8. Unfruchtbarkeit und Beckenentzündung: Die Geschlechtskrankheiten Gonorrhoe und Chlamydien sind die Hautursachen für Unfruchtbarkeit und die Beckenentzündung (PID) bei Frauen. Artikel hierzu: Unfruchtbarkeit durch Chlamydien: Statistiken, Dauer, IVF, Heilung
  9. Genitalherpes Ausmaß: Schätzungsweise mehr als 500 Millionen Menschen leben mit Genitalherpes
  10. Erhöhtes Risiko: Infektionen mit Genitalherpes und Syphilis erhöhen das Risiko einer HIV Übertragung
  11. Meist ohne Symptome: Die Infizierten haben in den meisten Fällen keine oder nur leichte Symptome, sodass die Geschlechtskrankheiten meistens unbemerkt bleiben
  12. Antibiotikaresistenz: Ein neues großes Gesundheitsproblem stellt die immer mehr steigende Resistenz gegen die gängigen Antibiotika, insbesondere bei Tripper

Gehen wir nun die 6 häufigsten STDs in Deutschland sowie die Möglichkeiten sich zu testen und zu schützen einzeln durch.

1. Chlamydien

Chlamydien sind eine häufige Infektion durch Bakterien, welche die Schleimhäute im Genitalbereich und im After befallen können. Unbehandelt können sich Chlamydien auch weiter im Körper ausbreiten und etwa die Atemwege und den Mundraum befallen. Bei Neugeborenen, welche die Chlamydien beim Geburtsvorgang erwerben, besteht zudem ein hohes Risiko für eine Lungeninfektion.

Symptome

Chlamydien sind oftmals asymptomatisch, können sich aber circa 2 bis 3 Wochen nach der Infektion mit Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen zeigen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind die Symptome oftmals stärker und die Chlamydien breiten sich schneller aus. Ein Kribbeln im Glied ist häufig.

Diagnose

Festgestellt werden Chlamydien durch einen Abstrich der Harnröhre oder sonstiger Schleimhäute. Ist der Nachweis erbracht, können sie mit speziellen Antibiotika behandelt werden, wobei die Dauer der Behandlung sich mit einer frühen Diagnose erheblich verkürzt.

Auf Sex muss verzichtet werden, während die Behandlung andauert. Kondome können zwar vor einer Ansteckung schützen, reduzieren das Risiko aber lediglich. Chlamydien gelten als leicht übertragbar, vor allem durch ungeschützten Vaginal- und Analverkehr.

Auch sind Menschen, die bereits eine Geschlechtskrankheit, etwa einen Tripper, haben, häufiger betroffen, da das Immunsystem und die Schleimhäute bereits geschwächt sind.

Hier gibt es wichtige Infos zu den Chlamydien Tests für Zuhause für Männer und Frauen.

Therapie und Verlauf von Chlamydien

Chlamydien sind gut therapierbar und entsprechend sollten sich gerade Menschen, die häufig wechselnde Sexualpartner haben, regelmäßig testen lassen. Werden bei Ihnen Chlamydien festgestellt, müssen sich Ihre Sexualpartner auch behandeln lassen, da Sie sonst die Infektion wieder erwerben können.

Die Chlamydien Behandlung erfolgt simpel durch Antibiotika wie Doxycyclin oder Amoxicillin (bei Doxycyclin Unverträglichkeit), weitere Infos hier: Welches Antibiotikum für die Behandlung von Chlamydien?

Folgen unbehandelter Chlamydien

Unbehandelt können Chlamydien bei Frauen die Eileiter befallen und zu einer Entzündung führen. Im schlimmsten Falle kommt es zu Unfruchtbarkeit. Bei Männern kann es zu einer Entzündung der Prostata, der Samenleiter und der Nebenhoden kommen. All diese Symptome sind sehr schmerzhaft.

2. Tripper (Gonorrhoe)

Gonorrhoe ist besser als Tripper bekannt und wird ebenfalls durch Bakterien ausgelöst, welche die Schleimhäute der Geschlechtsorgane sowie die Harnröhre befallen. Auch im After und im Rachen kann sich das Bakterium einnisten.

Symptome

Es kommt dann bei circa 95 Prozent aller Infizierten Männer zum namensgebenden Ausfluss, welcher hochinfektiös ist. Auch Menschen ohne Symptome sind ansteckend.

Dieser Ausfluss tritt bei Männern nach etwa 3 Tagen auf und geht mit Schmerzen beim Wasserlassen und einer Harnröhrenentzündung einher. Morgens lässt sich bei vielen Betroffenen ein eitriger Tropfen Ausfluss am Glied finden.

Bei Frauen kann die Inkubationszeit auch bis zu 10 Tage oder länger betragen. Zumeist ist dann der Gebärmutterhals betroffen, der ebenfalls einen eitrigen Ausfluss absondert. Weitere Tripper Symptome sind hier beschrieben.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt mittels Probe der infektiösen Flüssigkeit. Die Abstriche zeigen zeigen dann in der Regel Gonokokken.

Therapie und Verlauf von Gonorrhoe

Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, wobei in schwerem Fällen eine Behandlung über circa einen Monat nötig werden kann. Zudem treten Gonorrhoe und Chlamydien häufig zusammen auf, sodass mehrere Medikamente verabreicht werden müssen.

Wenngleich der Tripper an sich in vielen Fällen schmerzhaft verläuft, kann er aber durch die Gabe von Antibiotika in der Regel problemlos geheilt werden.

Dennoch häufen sich die Fälle von gegen Antibiotika resistenten Stämmen zunehmends. Die WHO befürchtet, dass es in einigen Jahren Millionen Infizierter geben kann, für die Keine Heilung mehr verfügbar ist.

Kondome und Lecktücher bieten einen guten Schutz vor Gonorrhoe. Allerdings kann der Kontakt mit dem infektiösen Sekret schnell zu einer Infektion führen. Der Sexualpartner muss im Falle einer Diagnose auch behandelt werden.

Folgen eines unbehandeltes Trippers

Unbehandelt kann Gonorrhoe beispielsweise die Nebenhoden, die Prostata oder die Eileiter befallen. Dies führt im schlimmsten Falle zu Unfruchtbarkeit. Zudem kann Gonorrhoe sich auf aufs Bauchfell ausbreiten, was zu einer lebensgefährlichen Bauchfellentzüdnung führt.

Die Gonokokken können auch in seltenen Fällen den ganzen Körper befallen und zu einer Sepsis führen. Dies ist ebenfalls lebensbedrohlich.

3. Trichomonaden

Trichomoniasis ist eine sehr verbreitete Geschlechtskrankheit, die durch die Einzeller Parasiten “Trichomonas vaginalis” verursacht wird.

Am stärksten macht sich die Krankheit bei Frauen bemerkbar. Doch die meisten Menschen bemerken nichts von ihrer Infektion.

In Deutschland sind schätzungsweise 8 bis 12 % aller geschlechtsreifen Frauen mit Trichomonaden infiziert. Allerdings zeigen nur 30% von den infizierten Frauen Symptome der Trichomoniasis.

Ältere Frauen haben ein höheres Risiko sich mit Trichomonaden anzustecken als jüngere Frauen.

Übertragung

Die Trichomonas vaginalis Bakterien befallen meist nur die Harnwege, sodass die Übertragung sich in Mehrzahl der Fälle auf den Geschlechtsverkehr beschränkt.

Die Übertragung geschieht meist also zwischen Penis und Vagina. Übertragung von Vagina zu Vagina ist auch möglich. Analer Übertragungsweg ist bei Trichomoniasis sehr selten, aber möglich. Oraler Übertragungsweg ist unwahrscheinlich.

Übertragung von der Mutter auf das Kind bei der Geburt (durch Schmierinfektion) ist möglich und passiert in 2-17% der Fälle.

Die Trichomonas vaginalis Bakterien können außerhalb des menschlichen Körpers nur sehr kurz überleben, darum ist dieser Übertragungsweg auch selten, aber nicht auszuschließen.

Badewasser das nicht chloriert wurde, gemeinsam benutzte Sexspielzeuge, aber auch Alltagsgegenstände wie Handtücher können die Bakterien an die gesunden Schleimhäute weiterreichen und diese infizieren. Das Risiko ist hierbei allerdings sehr gering einzuschätzen.

Symptome Frauen

In ca. 70% der Fälle bleiben die Symptome der Trichomoniasis aus. Wenn sie jedoch auftreten:

  • leichte Entzündung und Anschwellung der Scheide
  • übel riechender dünnflüssiger, schaumiger Ausfluss, ähnlich wie bei Chlamydien
  • Brennen beim Wasserlassen

Erste Anzeichen treten dann nach 4 Tagen bis 3 Wochen auf.

Symptome Mann

Meist Beschwerdefrei. In seltenen Fällen kommt es zu einer leichten Entzündung der Harnröhre.

Diagnose

Aufgrund der schwer vorhersagbaren Inkubationszeit der Trichomonaden von 5 bis 28 Tagen, rät Dr. Pramod Kerkar von  epainassist.com dazu, sich erst 28 Tage nach möglicher Ansteckung zu testen, sofern man keine eindeutigen Symptome hat.

Der Test kann entweder beim Arzt oder mittels eines Selbsttests durchgeführt werden. Wir empfehlen den beliebten und sicheren Heimtest von Dokteronline (Online Praxis), der auf die 3 häufigsten Geschlechtskrankheiten testet (Chlamydien, Tripper und Trichomonaden): der STD Selbsttest von Microbiome.

Behandlung

Bei 20% der infizierten kommt es allerdings zu einer Spontanheilung ohne Antibiotika-Behandlung.

Wenn der Test auf Trichomonaden positiv ausfällt, wird aber dennoch empfohlen zu behandeln. Dies geschieht meist durch das Antibiotikum Metronidazol (meist 2 gr einmalig).

Während der Behandlung und 28 Stunden nach der letzten Dosis sollte man auf Alkohol streng verzichten.

Der Partner wird immer mit behandelt, um “Ping-Pong” Ansteckung zu vermeiden.

Folgen der Nichtbehandlung bei Trichomonaden

Trichomonaden werden im Vergleich zu Chlamydien und Tripper zwar als weniger gefährlich angesehen, können aber auch zu Problemen führen, z.B. Beckenentzündung, bei schwangeren Frauen frühe Geburten, geringes Geburtsgewicht  oder Übertragung auf das Neugeborene bei der Geburt.

Es sind Fälle bekannt bei denen Neugeborene mit Trichomonaden Atembeschwerden hatten.

4. Syphilis

Syphilis wird durch ein Bakterium ausgelöst und kann chronisch verlaufen. Syphilis verursacht umso stärkere Symptome, je länger die Krankheit unbehandelt bleibt.

Sie wird in vier Stadien unterteilt, wobei das letzte als Neurosyphilis das Gehirn, das Rückenmark und weitere Teile des Nervensystems schädigt. Es kommt zu kognitiven Ausfällen, Lähmungen und einer stark veränderten Wahrnehmung.

Symptome und Verlauf

Nach einer Infektion kommt es fast immer zum sogenannten harten Schanker: Nach 3 bis 4 Wochen kommt es zur Bildung eines kleines, meist schmerzloses Geschwürs am Glied (beim Mann), dessen Rand verhärtet ist. Dieses Geschwür kann sich auch im Enddarm, im Mundraum oder innerhalb der Vagina befinden. Es sondert ein infektiöses Sekret ab und heilt meist binnen 6 Wochen aus, weshalb die Krankheit häufig ignoriert wird.

2 Wochen nach dem Auftauchen des Knötchens schwellen die Lymphknoten an und es kann zu Schmerzen im ganzen Körper kommen. Ab diesem Zeitpunkt an ist die Syphilis problemlos nachweisbar.

2 Monate nach einer Ansteckung kommt es zu grippeartigen Symptomen, Hautausschlag und allgemeinen Beschwerden – die Syphilis hat nun den ganzen Körper befallen.

Die Hautveränderungen heilen meist nach circa 4 Monaten ab, können aber wieder auftreten. Sie verursachen selten Juckreiz. Sollten Sie mit Syphilis infiziert sein, sind Sie in jedem Stadium ansteckend.

Meist verblassen alle Symptome und es kommt zur latenten Syphilis, die oft jahrelang keine Beschwerden verursacht.

Schließlich kommt es nach 3 bis 5 Jahren zum tertiären Stadium: Die Krankheit hat die Organe, Atemwege und Blutwege befallen und breitet sich im ganzen Körper aus.

Es kommt zu Geschwüren auf der Haut und im Körper, welche teilweise Perforationen des Gewebes auslösen können oder etwa wichtige Blutzuflüsse beeinträchtigen.

Das vierte Stadium ist die bereits angesprochene Neurosyphilis, welche die Lebensqualität de facto so weit beeinträchtigt, dass ein selbstbestimmtes Leben kaum noch möglich ist.

Eine Behandlung in diesem Stadium kann zwar den Erreger abtöten, aber die Nervenschäden bleiben.

Mehr Infos unter Syphilis Symptome nach Stadien.

Diagnose

Syphilis wird über eine Blickdiagnose meistens schon vermutet. Den Nachweis bringt im Zweifel ein Bluttest. Der harte Schanker gilt allerdings als sehr eindeutiges Symptom.

Syphilis kann durch Geschlechtsverkehr erworben werden, wobei auch Oralverkehr einen Übertragungsweg darstellt. Kondome schützen nicht zu 100 Prozent vor einer Infektion.

Syphilis kann auch von einer infizierten Mutter auf das Kind im Mutterbauch übertragen werden. Details zur Syphilis Übertragung hier.

Therapie und Verlauf der Syphilis

Syphilis ist gut behandelbar und ist in Frühstadien in der Regel durch die ein- bis zweimalige Gabe von hochdosierten Antibiotika (Penicillin) per Spritze behandelbar.

Auch kann eine Behandlung über 2 Wochen mit niedrigen Dosen in den frühen Stadien angestrebt werden. In späteren Stadien muss teilweise 3 Wochen behandelt werden.

Das Mittel der Wahl sind verschiedene Arten von Penicillin. Details zur Syphilis Behandlung hier.

Die Anzahl der gemeldeten Syphilis-Fälle steigt laut Robert-Koch-Institut zudem derweil langsam. Betroffen sind vor allem Männer, die Sex mit Männern haben und Großstadtbewohner.

Als Gründe werden ein verändertes Safer-Sex-Verhalten, bessere Testverfahren und das Verhalten von HIV-Positiven genannt, auf Kondome zu verzichten.

Besonders häufig ist Analverkehr der Übertragungsweg, weshalb das RKI fordert, den “konsistenten Gebrauch von Kondomen bei Analverkehr unabhängig vom HIV-Status” mehr Stellenwert zukommen zu lassen.

5. Genitalherpes

Herpes genitales wird durch Viren ausgelöst und bleibt ein Leben lang im Körper bestehen. Zumeist handelt sich sich um Herpes-simplex-2-Viren.

In Deutschland tragen circa 10 bis 15 Prozent HSV-2 in sich und von den Betroffenen erleben bis zu 30 Prozent mindestens einen Ausbruch.

Diese Ausbrüche werden im Alter seltener und milder und verlaufen in der Regel harmlos. Allerdings bedeuten die Bläschen und anderen Hautreizungen immer eine erhöhte Ansteckungsgefahr.

Symptome und Verlauf

Anzeichen sind eine (schmerzhafte) Bläschenbildung und andere Hautirritationen im Genitalbereich. Die Beschwerden verschwinden häufig binnen 10 Tagen von allein.

Zudem können sie durch Stress, andere Krankheiten und Verletzungen reaktiviert werden.

Dennoch besteht eine gute Chance, dass Sie von einer Genitalherpesinfektion bei Ihnen nichts merken, denn circa 90 Prozent aller Fälle verlaufen asymptomatisch.

Ansteckend ist aber jeder Träger des Virus. Auch kann Genitalherpes durch Lippenherpes (HSV-1) ausgelöst werden. Einige Menschen haben beide Virustypen in sich.

Der Ausbruch kündigt sich meist durch ein Kribbeln am Po, in den Innenseiten der Oberschenkeln oder an den Geschlechtsorganen an.

Der erster Ausbruch nach der Infektion kann auch mit Grippe-Symptomen einhergehen und die Beschwerden können bis zu 3 Wochen anhalten.

Gerade der Erstausbruch kann aber zu Komplikationen führen. Es kann zu weiteren Infektionen, etwa mit Pilzen oder Chlamydien kommen.

Diagnose

Die Diagnose kann zwar in einigen Fällen über eine Blickdiagnose, etwa beim Hautarzt, gestellt werden. Zur Bestätigung wird aber ein Antikörpertest durchgeführt oder aber das Virus wird durch eine Probe direkt nachgewiesen.

Behandlung von Genital-Herpes

Die Behandlung erfolgt mittels virushemmenden Wirkstoffen. Es werden Aciclovir, Famciclovir oder Valaciclovir genutzt.

Diese können auch bei besonders anfälligen Menschen täglich eingesetzt werden, um die Ansteckungsgefahr für Sexualpartner zu verringern.

Häufig werden auch Hausmittel eingesetzt, jedoch sind nur wenige von Hausmittel gegen Herpes effektiv.

Bei ausgebrochenem Herpes sollten Sie auf Sex verzichten. Kondome schützen zudem sehr gut vor einer Ansteckung, können aber keinen hundertprozentigen Schutz gewährleisten.

Wichtig ist es zudem, dass die Medikamente schon bei ersten Anzeichen eines Ausbruchs genommen werden. So können Ausbrüche abgemildert oder verhindert werden.

Eine Infektion mit Genitalherpes bedeutet aber überhaupt nicht, dass das (Sexual-)Leben vorbei ist. Lesen Sie hier, wie man ein normales Leben mit Genitalherpes führen kann.

6. Humane Papillomaviren (HPV)

HPV löst in einigen Fällen Feigwarzen aus, die als kleine, dunkle Erhebungen im Analbereich und im Genitalbereich auftreten. Dies ist allerdings bei den wenigsten Infizierten der Fall.

Die meisten sexuell aktiven Menschen haben sich mindestens einmal mit HPV angesteckt, hatten aber keine Symptome und die Infektion wurde vom Körper beseitigt. Teilweise verbleiben Viren im Körper.

Symptome

Kommt es zur Ausbildung von Feigwarzen, die ein sehr typisches Aussehen haben, müssen diese behandelt werden. Zudem gibt es Hochrisiko-Typen, welche an der Beteiligung von Krebsvorstufen beteiligt sind. Bei Frauen können diese zu Gebärmutterhalskrebs führen, bei Männern zu einem Analkarzinom.

Diagnose

Die Diagnose kann anhand der Betrachtung der typischen Hautveränderungen meistens schon gestellt werden. Im Zweifel wird eine Biopsie durchgeführt. Bei innen liegenden Feigwarzen, etwa in der Harnröhre oder im After, wird meistens eine Spiegelung durchgeführt. Bei nicht von außen sichtbaren Symptomen kann sich die Zeit bis zur Diagnosestellung entsprechend verlängern.

Wer zudem den Verdacht hat, vielleicht Feigwarzen in der Analregion zu haben, sollte sich frühzeitig untersuchen lassen, da ein Entfernen der Warzen an dieser Stelle mit mit zunehmendem Verlauf schwieriger wird.

Behandlung

Sie werden in der Regel chirurgisch, durch Laser oder Kälte entfernt. Das Virus selbst ist nicht durch Medikamente aus dem Körper zu bekommen. Wenn Sie einmal einen Ausbruch von Feigwarzen hatten, kann Sie das auch wieder betreffen.

Humane Papillomviren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen, wobei Kondome nicht immer eine Übertragung verhindern. Da zudem viele Menschen Träger von HPV sind, ist die Wahrscheinlichkeit, sich nicht zeitlebends mit mindestens einem Typ anzustecken, sehr gering.

Folgen unbehandelter Feigwarzen

Unbehandelt können die Warzen zu größeren Ansammlungen verwachsen und zu Beschwerden führen. Die Behandlung bei solch großen Verwachsungen kann mitunter chirurgische Eingriffe notwendig machen, die im Analbereich etwa zu Schließmuskelproblemen führen können. Risikotypen unter den Humanen Papillom-Viren können zudem zu Krebs entarten.

Geschlechtskrankheiten-Tests

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten sich auf die häufigsten Krankheiten zu testen.

Wann? 

Wenn man sexuelle Partner wechselt, sollte man sich regelmäßig auf Geschlechtskrankheiten testen lassen. Hierfür gibt es viele Möglichkeiten.

Wo? 

Sie können sich in jedem Gesundheitszentrum (anonym) auf Geschlechtskrankheiten testen lassen. Weiterhin sind Tests bei Fachärzten und Beratungszentren (AIDS-Hilfe etc.) machbar.

Allerdings wird nicht überall ein Test auf alle Krankheiten angeboten. Angebote gibt es in jeder größeren Stadt zuhauf.

Die meisten der Geschlechtskrankheiten lassen sich aber auch bequem zuhause mit einem Selbsttest feststellen.

Dazu gehören zum Beispiel Chlamydien, Gonorrhoe, Trichomonaden und andere.

(Lesen Sie weiter unten unsere Empfehlung.)

Kosten?

Die Kosten für die Tests auf Geschlechtskrankheiten variieren erheblich. Tests bei Ärzten sind abhängig von der Versicherung und der Praxis. Ein ausführliches Screening kann mehr als 100 Euro kosten oder auch sehr günstig sein – fragen hilft.

In Beratungszentren und Gesundheitsämtern sind die Tests hingegen günstig oder gar kostenlos (oder gegen eine Spende) durchführbar.

Der Test beim Arzt oder in einer Beratungsstelle ist aufgrund der besseren Versorgungsmöglichkeit bei positiven Testresultaten empfohlen.

Selbsttests?

Online werden diverse Test-Sets angeboten, von denen die geprüften und zugelassenen (das ist wichtig) 50-150 Euro kosten.

Wir empfehlen diesen beliebten Selbsttest, der gleichzeitig auf Chlamydien, Gonorrhoe und Trichomonaden testet: STD Selbsttest von Microbiome bei Dokteronline (eine Online Praxis). Er ist zwar sehr günstig, aber sehr sicher.

Den Chlamydien Heimtest aus dem Video jetzt hier bestellen

Hier ist ein Video mit der Anleitung:

Bei dem Test werden die Proben zuhause abgenommen und ans Labor geschickt. Insgesamt nach ca. 5-7 Tagen hat man die Ergebnisse. Zum Selbsttest hier klicken

Oft gestellte Fragen

Welche Geschlechtskrankheiten gibt es noch?

Weitere nennenswerte Geschlechtskrankheiten sind: HIV, Hepatitis B und C, Dellwarzen, Zytomegalie, diverse Pilzinfektionen, Krätze, Protozoen im Darm (Durchfall) und Trichomonas.

Welcher Arzt untersucht und behandelt Geschlechtskrankheiten? 

An der Diagnose von Geschlechtskrankheiten sind Urologen, Gynäkologen, Dermatologen und Fachärzte für Geschlechtskrankheiten beteiligt. Die Behandlung wird meist durch Fachärzte für Dermatologie und Geschlechtskrankheiten durchgeführt.

Wie entstehen Geschlechtskrankheiten? 

Geschlechtskrankheiten entstehen dadurch, dass die Erreger (Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten) von einem infizierten Menschen auf einen Sexualpartner übertragen werden. Besonders dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist, kein Safer Sex praktiziert wird oder Gewebe verletzt ist, ist die Übertragungswahrscheinlichkeit hoch.

Wie werden Geschlechtskrankheiten übertragen? 

Geschlechtskrankheiten werden durch sexuellen Kontakt übertragen. Eine Penetration ist bei vielen Infektionen nicht nötig, um diese zu übertragen. Oft reicht der Kontakt der Geschlechtsorgane aus, oder aber die Krankheit befällt den Rachen. Auch eine Übertragung über die Hände und gemeinsame genutzte Gegenstände ist bei vielen Krankheiten möglich.

Welche Geschlechtskrankheiten sind nicht heilbar? 

Nicht heilbar sind etwa HIV, Herpes genitales, verschiedene Arten von HPV und in einigen Fällen Hepatitis-Erkrankungen. All diese Leiden sind aber therapierbar.

Wann und woran erkennt man Geschlechtskrankheiten? 

Es gibt keine Garantie dafür, dass Sie Geschlechtskrankheiten bei sich erkennen. Anzeichen sind aber Veränderungen der Geschlechtsteile, Hautirritationen, Knötchen, Schmerzen und so weiter. Meist kommen die ersten Symptome binnen weniger Tage zustande.

Wie sehen Geschlechtskrankheiten aus? 

Die verschiedenen Geschlechtskrankheiten sehen sehr unterschiedlich aus. Einige machen sich optisch gar nicht bemerkbar, andere sehen Sie am Ausfluss oder an Ausschlägen und anderen Hautveränderungen. Einige Geschlechtskrankheiten verursachen auch Knötchen und Schwellungen.

Welche Geschlechtskrankheiten sind meldepflichtig? 

Meldepflichtig sind (anonymisiert) HIV- und Syphilis-Infektionen. Namentlich muss nur Hepatitis B gemeldet werden.

Wie viele Menschen haben Geschlechtskrankheiten? 

Es ist schwierig einzuschätzen, wie viele Menschen in Deutschland Geschlechtskrankheiten haben, weil die Dunkelziffer hoch ist. Es kam 2013 aber zu circa 100.000 Fällen von Chlamydien, zu je mehreren tausend Fällen Syphilis und HIV, auf HPV und Genitalherpes entfielen ebenfalls circa 80.000 Fälle und zu 16.000 Fällen von Tripper.

Es muss davon ausgegangen werden, dass mehrere hunderttausend Menschen in Deutschland mit Geschlechtskrankheiten infiziert sind, wovon einige nichts davon wissen.

Welche Geschlechtskrankheiten bleiben oft unbemerkt? 

Unbemerkt bleiben oftmals HPV- und Herpes-Infektionen, aber auch asymptomatisch verlaufene akute HIV-Infektionen sowie Pilzerkrankungen und viele weitere Leiden, die nicht immer zu Symptomen führen. Fast alle Geschlechtskrankheiten können unbemerkt bleiben.

Referenzen & Bildrechte

STDs in Deutschland (Bundesgesundheitsblatt)

Online doktor

CBC

HOW TO AVOID THE 3 MOST COMMON STIs

Häufigste Stds bei Frauen

verywellhealth

7 stds

springer

1 Mio Syphilis Fälle bei schwangeren Frauen

Frauen HPV: Iftner T, Eberle S, Iftner A, Holz B, Banik N, Quint W, Straube A-N. Häufigkeit von HPV-Infektionen bei Frauen in Deutschland und Dänemark. Frauenarzt 2012; 53(4).

Und: HPV in Deutschland und Dänemark

Syphilis WHO Schätzungen weltweit:

www.tropeninstitut.de/krankheiten-a-z/syphilis

Genitalherpes WHO

Trichomonaden verywell health

Trichomonaden Test erst nach 28 Tagen epainassist

Trichomonaden Fall Atemprobleme Neugeborenes

 

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