Chlamydien Behandlung: Antibiotika, Dauer, Nebenwirkungen

Herausgeber: chlamydien-frei.de | Chlamydien

Wichtigste Infos zur Chlamydienbehandlung:

  1. Wie werden Chlamydien behandelt: Einnahme von Antibiotika. Mittel der Wahl ist Doxycyclin, oder Amoxicillin (Amoxi) bei Unverträglichkeit von Doxycyclin. Behandlung mit Azithromycin ist auch möglich
  2. Behandlungsdauer: 1 bis 7 oder sogar 20 Tage je nach Antibiotikum und Situation
  3. Wie lange ansteckend nach Antibiotika: man bleibt bis zum letzten Tag der Antibiotika-Einnahme potenziell ansteckend (also bis zum Ende der Behandlung) und sollte drauf achten, in dieser Zeit auf ungeschützten Sex zu verzichten. Das Robert Koch Institut empfiehlt eine Behandlung von 14 Tagen.
  4. Gleichzeitige Mitbehandlung des Partners: der Sexpartner wird meist mitbehandelt werden, um den “Ping-Pong Effekt” zu vermeiden (gegenseitige Wiederansteckung), sofern ungeschützter Verkehr ausgeübt wurde.
  5. Chlamydien nach Behandlung wieder da: wenn Chlamydien nach Behandlung zurückkehren, dann kann es dafür 3 Gründe geben:
    • Wiederansteckung durch nicht behandelten Partner
    • Resistenz gegen verwendete Antibiotika
    • ungenügende Behandlung (zu kleine Dosis der Antibiotika, falsche Antibiotika oder zu kurze Behandlungsdauer)
  6. Behandlung bei Schwangerschaft: Behandlung ist meist Problemlos durch die Antibiotika Azithromycin, Erythromycin, oder Amoxicillin möglich. Das Antibiotikum Doxycyclin sollte vermieden werden, da schädlich für’s Kind.
  7. Folgen unbehandelter Chlamydien: Unfruchtbarkeit bei Männern und Frauen
  8. Risiko unbehandelter Infektion bei Schwangeren: Fehlgeburt, Frühgeburt, Totgeburt
  9. Behandlungsmöglichkeiten – Antibiotika werden durch Ihren Arzt oder einen Online Arzt verschrieben, z.B. über fernarzt.com.
  10. Möglichkeiten sich zu testen: Chlamydien Selbsttests, Heimtests, Arzttests (Übersicht)
  11. Wann ist die Chlamydien Behandlung zu spät? Laut cyberdoktor.de ist es “zu spät”, wenn die Chlamydien Infektion über Monate oder Jahre unbemerkt bleibt und zu entzündlichen, irreversiblen Veränderungen führt.*
  12. Behandlungsunterschiede Männer und Frauen: normalerweise identische Behandlung. Bei Frauen wird die Therapie aber in einigen Fällen auf bis zu 20 Tage ausgedehnt. (Bei Frauen lassen sich nämlich nach einer Behandlung manchmal immer noch Chlamydien feststellen. Darum sei es anzunehmen, dass Frauen von einer größeren Anzahl von Chlamydien befallen sind als Männer.**)

Wie werden Chlamydien behandelt?

Eine Chlamydien-Infektion wird durch die Gabe von Antibiotika behandelt. Die Antibiotika der Wahl sind:

  • Doxycyclin 100mg (2×1 Dosis täglich, 7 Tage Therapie)
  • Azithromycin 1000 mg (Einmaldosis)
  • Erythromycin 500mg (4×1 Dosis täglich, 7 Tage Therapie).

Nach Feststellung einer Chlamydien-Infektion sollte sofort die Behandlung mit Antibiotika beginnen. Je mehr Zeit zwischen Infektion und Behandlung vergeht, desto größer ist das Risiko, dass es zu Komplikationen kommt.

Behandlung von Chlamydien über Fernarzt.com

Personen, die wissentlich unter einer Chlamydien-Erkrankung leiden oder bei deren Partner eine Infektion festgestellt wurde, sollten sich zeitnah behandeln lassen.

Die dafür benötigten rezeptpflichtigen Antibiotika können sie inzwischen sogar online bestellen: Auf Fernarzt.com wählen Sie als betroffene Person das Medikament aus und beantworten einen kurzen Fragebogen. Nach der Überprüfung durch den behandelnden Arzt stellt dieser das Rezept aus.

Eine Apotheke schickt das Antibiotikum anschließend innerhalb von 48 Stunden in einer neutralen Verpackung an die Patienten. Die Behandlung von Chlamydien erfolgt bei Fernarzt.com so schnell, sicher und kompetent.

Behandlungsdauer und Nachkontrolle

Eine unkomplizierte Infektion kann meist innerhalb von 7 Tagen geheilt werden. Schwere Infektionen erfordern hingegen eine Behandlungsdauer von mehreren Wochen.

Werden die Antibiotika ordnungsgemäß eingenommen, ist eine Nachkontrolle nicht zwingend notwendig, aber empfehlenswert.

In folgenden Fällen sollte man sich etwa 3 Wochen nach Behandlungsende erneut auf Chlamydien testen:

  • die Symptome bestehen noch immer
  • es besteht der Verdacht auf eine erneute Infektion (etwa durch einen infizierten Partner)
  • es kam zu Unregelmäßigkeiten in der Einnahme der Medikamente

Außerdem wird empfohlen, etwa drei Monate nach Abschluss der Behandlung noch sich einer weiteren Chlamydien Nachuntersuchung zu unterziehen. So wird ausgeschlossen, dass die Infektion asymptomatisch, d.h. ohne Symptome weiterbesteht.

Welcher Arzt?

Bei Verdacht auf Chlamydien muss nicht unbedingt ein Facharzt aufgesucht werden. Auch der Hausarzt können eine Chlamydien-Infektion feststellen und ein Rezept für Antibiotika ausstellen. Je nachdem, welche Symptome vorliegen, raten Hausärzte allerdings meistens dazu, einen Facharzt aufzusuchen.

Bei urogenitalen Symptomen wenden sich Frauen an ihren Gynäkologen, Männer an einen Urologen. Frauen, die schwanger sind, stillen oder mit der Pille verhüten, sollten ihre Behandlung gegen Chlamydien außerdem immer mit ihrem Frauenarzt besprechen. Manche Antibiotika können in Kombination mit hormonellen Verhütungsmittel Nebenwirkungen auslösen oder dem Kind schaden.

Wenn eine Infektion wissentlich vorliegt, muss nicht zwangsläufig ein Arzt persönlich aufgesucht werden. Das Rezept für ein entsprechendes Medikament kann auch online bei fernarzt.com direkt verschrieben und das entsprechende Medikament nach Hause geliefert werden.

Kosten

Die Kosten für die Behandlung einer Chlamydien-Infektion mit Antibiotika übernimmt die Krankenkasse. Die Kosten für den Chlamydien-Test übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen:

  • wenn aufgrund der Symptome Verdacht auf Chlamydien besteht (Infos zu Symptomen von Chlamydien)
  • wenn ein Sexualpartner nachweislich mit Chlamydien infiziert ist

Beschwerdefreie Patienten tragen die Kosten für den Früherkennungstest selbst. Eine Ausnahme stellen Frauen bis 25 Jahren dar: Sie können sich einmal jährlich kostenlos auf Chlamydien untersuchen lassen. Fällt der Test bei einem asymptomatischen Patienten positiv aus, bezahlt aber auch hier die Krankenkasse für die Behandlung.

Welches Antibiotikum wirkt am besten gegen Chlamydien?

Wie bereits erwähnt, die Antibiotika der Wahl für die Behandlung von Chlamydien sind Doxycyclin 100mg (2×1 Dosis täglich, 7 Tage Therapie), Azithromycin 1000 mg (Einmaldosis) und Erythromycin 500mg (4×1 Dosis täglich, 7 Tage Therapie).

Hier sind einige Details zu diesen Medikamenten.

Azithromycin bei Chlamydien

Die Behandlung einer Chlamydien-Infektion mit Azithromycin bedeutet den geringsten Aufwand für den Patienten. Das Antibiotikum wird in einer einmaligen Dosis von 1000 mg verabreicht. Je nach Präparat bedeutet das mehrere Tabletten auf einmal:

  • 4 Tabletten zu je 250 mg
  • 2 Tabletten zu je 500 mg

Azithromycin wird vor allem bei genitalen Infektionen ohne Komplikationen eingesetzt – auch in der Schwangerschaft.

Bei Allergie gegen das Azithromycin kann man auf andere Antibiotika wie Amoxicillin ausweichen.

Wann tritt Besserung bei Chlamydien Behandlung mit Azithromycin ein?

Eine Besserung der Chlamydien Symptome kann bereits einige Tage nach Verabreichung der Einmaldosis von Azithromycin eintreten.

Es dauert jedoch in der Regel 7 Tage bis Azithromycin seine volle Wirkung entfaltet und die Chlamydieninfektion vollständig aus dem Körper beseitigt.

Darum sollte die Wiederaufnahme der sexuellen Aktivität nicht früher als 7 Tage nach Verabreichung von Azithromycin gegen Chlamydien erfolgen. Hat man ungeschützten Sex vor Ablauf von 7 Tagen, so besteht das Risiko einer Ansteckung des Partners.

Azithromycin: ein Antibiotikum gegen Chlamydien und Gonorrhoe

Eine Gonorrhoe Infektion wird durch die Verabreichung des Antibiotikums Azithromycin 1g als Tablette UND 250mg Ceftriaxon als einmalige Spritze oder Infusion behandelt.

Da Azithromycin und Ceftriaxon aber auch bei Chlamydien sehr effektiv sind, bekämpfen diese Antibiotika neben Gonorrhoe auch eine eventuell gleichzeitig vorhandene Chlamydien-Infektion.

Azithromycin oder Doxycyclin bei Chlamydien?

Doxycyclin (100 mg zweimal täglich über 7 Tage oder länger) ist effektiver als Azithromycin bei der Behandlung von Chlamydien.

In einer Studie von William Geisler et al. an der University of Alabama in Birmingham wurde bei einem Vergleich der beiden Antibiotika festgestellt, dass Azithromycin eine Versagerrate von ca. 3,2% aufwies, während bei Doxycyclin in 0% der Fälle versagte.

Allerdings muss beachtet werden, dass die Studie in Gefängnissen durchgeführt wurde, wo eine strikte Einnahme (2x täglich über 7 Tage) sichergestellt werden konnte.

In alltäglichen Bedingungen weisen aber nicht alle Patienten die nötige Selbstdisziplin auf, sodass die Doxycyclin Einnahme ab und an vergessen oder falsch eingenommen wird.

Dies bedeutet, dass Doxycyclin in der Praxis eine höhere Versagerrate aufweist als 0, vor allem bei jugendlichen Patienten; diese Versagerrate ist allerdings nicht auf die Effektivität von Doxycyclin zurückzuführen, sondern auf die eventuelle mangelnde Selbstdisziplin der Patienten. In dieser Hinsicht ist die Behandlung von Chlamydien durch Azithromycin der durch Doxycyclin überlegener.

Doxycyclin gegen Chlamydien

Doxycyclin ist das am meisten verwendete Antibiotikum zur Behandlung von Chlamydien.

Die Behandlung von Chlamydien mit Doxycyclin dauert mindestens 7 Tage. Bei Bedarf kann sie verlängert werden:

  • auf 14 Tage, um einen Rückfall oder eine erneute Ansteckung auszuschließen
  • auf bis zu 3 Wochen bei schweren Infektionen

Während dieser Zeit nimmt der Patient zweimal täglich je eine Dosis von 100mg zu sich. Alternativ kann auch ein Präparat verwendet werden, das den Wirkstoff langsam freisetzt. Hierbei muss der Patient nur einmal am Tag eine Dosis von 200mg einnehmen.

Wann tritt Besserung bei Chlamydien Behandlung mit Doxycyclin ein?

Die Besserung der Chlamydien Symptome wie Schmerzen beim Urinieren und Ausfluss tritt meist innerhalb einer Woche nach Anfang der Behandlung mit Doxycyclin ein.

Symptome wie Becken- oder Hodenschmerzen können allerdings bis zu zwei Wochen nach Behandlungsanfang noch andauern. Menstruationsstörungen verschwinden meist bereits beim nächsten Zyklus.

Bis zum Ende der Therapie sollte sowohl auf Sport als auch auf Alkohol verzichtet werden. Beide belasten den Körper und können dadurch die Wirkung der Antibiotika schwächen. Ab der vierzehnten Woche der Schwangerschaft dürfen Frauen außerdem kein Doxycyclin mehr einnehmen.

TIPP: Rezepte für die regulären Antibiotika zur Behandlung gegen Chlamydien (Azithromycin und Doxycyclin) können bei fernarzt.com einfach und anonym angefragt werden. Das Medikament wird dann ganz einfach und diskret direkt nach Hause geliefert.

Amoxicillin

Bei einer Allergie bzw. Unverträglichkeit gegen Doxycyclin wird stattdessen Amoxicillin verwendet.

Außerdem wird es zur Behandlung von Chlamydien-Infektionen bei schwangeren Frauen eingesetzt.

Die Therapie dauert in der Regel sieben Tage. Die empfohlene Dosierung liegt bei täglich insgesamt 1500 mg Amoxicillin, verteilt auf drei Dosen mit je 500mg.

Besteht keine Allergie gegen Amoxicillin, sind Nebenwirkungen selten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit und Durchfall.

Weitere Antibiotika und ihre Wirkung bei Chlamydien

In einigen Fällen können die Standard-Antibiotika (Doxycyclin, Azithromycin, Erythromycin) nicht angewendet werden. Sei es aufgrund einer Allergie, Schwangerschaft oder Resistenz gegen die Antibiotika.

Folgende alternative Antibiotika finden auch Anwendung bei der Behandlung von Chlamydien:

Metronidazol gegen Chlamydien

Metronidazol ist ein starkes Mittel gegen bakterielle Infektionskrankheiten. Allerdings unterdrückt dieses Antibiotikum das Immunsystem des Patienten, kann starke Nebenwirkungen auslösen und in der Schwangerschaft dem Kind schaden. Aus diesem Grund wird es zur Behandlung von Chlamydien nur bei schweren Komplikationen eingesetzt, etwa im Fall einer Beckenentzündung.

Arilin gegen Chlamydien

Das Medikament Arilin enthält den Wirkstoff Metronidazol. Da dieser stark gegen Bakterien wirkt, ist das Medikament u.a. in Form von Scheidenzäpfchen gegen bakterielle Infektionen erhältlich. Ob die im jeweiligen Präparat enthaltene Dosis für die Behandlung von Chlamydien ausreicht, sollte – wie auch der Behandlungsplan – mit einem Arzt abgeklärt werden.

Ceftriaxon gegen Chlamydien

Ceftriaxon ist ein besonders starkes Antibiotikum und wird u.a. zur Behandlung von Beckenentzündungen und auch bei gleichzeitiger analer Infektion mit Chlamydien und Gonorrhoe eingesetzt. Ist dies der Fall, wird am ersten Tag der Behandlung eine Einmaldosis Ceftriaxon verabreicht. Anschließend wird der Patient gewöhnlich mit Doxycyclin oder Azithromycin weiterbehandelt.

Penicillin gegen Chlamydien

Die Wirkung von Penicillin gegen Chlamydien gilt als umstritten. Einerseits gelten die Bakterien als resistent gegen Penicillin. Gleichzeitig wird aber auch das dem Penicillin eng verwandte Amoxicillin sehr erfolgreich zur Bekämpfung von Chlamydien eingesetzt.

Clarithromycin gegen Chlamydien

Clarithomycin ähnelt in seiner Wirkungsweise Erythromycin und Arthromycin. Aus diesem Grund kann es in einigen Fällen auch zur Behandlung einer Chlamydien-Infektion verwendet werden.

Levofloxacin gegen Chlamydien

Die Behandlung einer Chlamydien-Infektion mit Levofloxacin ist möglich – aber nicht üblich. Dieses Antibiotikum kommt gewöhnlich erst im Fall einer Unverträglichkeit gegenüber Doxycyclin oder Arithromycin oder zur Behandlung schwangerer Patientinnen zum Einsatz. Die Therapie dauert sieben Tage. Während dieser Zeit nimmt der Patient einmal täglich eine Dosis von 500mg Levofloxacin zu sich.

Fluomizin gegen Chlamydien

Fluomizin wird zur Behandlung leichter bakterieller Entzündungen der Vagina eingesetzt. Zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten wie der Chlamydien-Infektion eignet es sich allerdings nicht.

Was ist während und nach der Behandlung zu beachten?

1. Partnerbehandlung

Im Fall einer Chlamydien-Infektion sollte immer auch der Partner mit Antibiotika behandelt werden. Andernfalls kann es zum sogenannten Ping-Pong-Effekt kommen. Hierbei steckt der noch immer kranke Partner den eben geheilten erneut an.

Patienten sollten daher alle Sexualpartner der letzten zwei Monate benachrichtigen. Diese sollten bei einem positiven Chlamydien Nachweis ebenfalls mit Antibiotika behandelt werden. Auch wenn sie eventuell keine Symptome aufweisen, können sie sich doch mit Chlamydien angesteckt haben.

2. Wann kann man nach einer Chlamydien-Behandlung wieder Sex haben?

Während der Behandlung mit Antibiotika besteht noch immer Ansteckungsgefahr. Bis beide Partner die Therapie abgeschlossen haben, sollte daher grundsätzlich auf Sex verzichtet werden.

Dies umfasst nicht nur ungeschützten Geschlechtsverkehr (vaginal, oral, anal), sondern auch Sex mit Kondom. Wer mit einer Einmaldosis Azithromycin behandelt wurde, sollte anschließend mindestens sieben Tage auf Geschlechtsverkehr verzichten.

3. Wie wirkt sich Alkohol und Milch auf die Behandlung aus?

Alkohol- und Milchkonsum kann die Behandlung gegen Chlamydien nicht nur verlängern, sondern auch starke Nebenwirkungen auslösen.

Einige Antibiotika, die bei Chlamydien und Tripper eingesetzt werden, können durch das Trinken von Milch in ihrer Wirkung abgeschwächt werden. Lesen Sie den entsprechenden Beipackzettel, ob es bei Ihrem Antibiotikum der Fall ist.

4. Schlaf, Bettruhe

Bis zum Abschluss der Behandlung sollte auf genügend Schlaf geachtet werden. Bei urogenitalen Infektionen ist Bettruhe empfehlenswert, um die Heilung zu beschleunigen.

5. Auswirkungen der Behandlung auf die Verhütung mit der Pille

Die Einnahme von Antibiotika kann die Wirkung der Pille abschwächen. Da Chlamydien ausschließlich mit Antibiotika behandelt werden, ist sichere Verhütung in dieser Zeit nicht gewährleistet.

Da Spermien bis zu fünf Tage im Körper überleben können, sollten Patientinnen, die mit der Pille verhüten den Beginn ihrer Behandlung gegen Chlamydien unbedingt mit ihrem Frauenarzt besprechen.

6. Hodenentzündung und Urethrainfektion

Bei einer Hodenentzündung aufgrund von einer Chlamydieninfektion im Genitalbereich kann es für betroffene Männer empfehlenswert sein, die Hoden hoch zu lagern, um die Symptome zu mildern. Wer unter einer durch Chlamydien verursachten Urethrainfektion leidet, sollte darauf achten genug zu trinken, um so einen möglichst großen Teil der Bakterien aus dem Körper zu schwemmen.

7. Die Behandlung immer bis zum Schluss durchziehen

Es ist wichtig, dass Sie sich an die vom Arzt verschriebene Behandlung halten und die Antibiotika nicht auf halbem Wege abbrechen.

Das Ergebnis eines zu frühen Antibiotika-Abbruchs kann sein, dass die Bakterien gegen das jeweilige Medikament eine Resistenz entwickeln und nicht mehr wirken.

Dann müsste der Arzt ein neues Medikament suchen und verschreiben und die Behandlung von neuem beginnen.

Das gilt natürlich nur, wenn sonst nichts gegen die Fortführung der Chlamydien Behandlung spricht. Sollten Sie unerträgliche Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten gegen ein verschriebenes Medikament bei sich feststellen, dann wenden Sie sich an den Arzt, um auf ein anderes Antibiotikum auszuweichen.

3 Ursachen warum Chlamydien trotz Behandlung nicht weggehen:

  1. Ping-Pong Effekt: Eine Re-Infektion nach Ende der Behandlung kann beispielsweise durch einen noch immer infizierten Sexualpartner Partner ausgelöst werden.
  2. Fehler bei der Behandlung können dazu führen, dass die Bakterien überleben. Werden die Medikamente nicht gemäß Behandlungsplan oder zu gering dosiert eingenommen, wird die Infektion schwächer aber nicht geheilt.
  3. Resistenz gegen Antibiotika: konnten die Bakterien eine Resistenz gegen verabreichte Antibiotika entwickelt haben, so werden diese keine Wirkung zeigen, sodass die Infektion bestehen bleibt. In diesen Fällen muss der Arzt auf andere Antibiotika ausweichen.

Chlamydien Behandlung in der Schwangerschaft

Die Behandlung während der Schwangerschaft ist meist unproblematisch und ohne Folgeschäden für das Kind, sofern richtige Antibiotika gewählt werden.

Die 3 Antibiotika der Wahl sind: Azithromycin (Einmaldosis), Erythromycin (einwöchige Einnahme), oder Amoxicillin (einwöchige Einnahme).

Ihr behandelnder Arzt wird das richtige Medikament für Sie verschreiben.

Azithromycin gilt in der Medizin als sicher und effektiv für die Behandlung von Chlamydien und die Nebenwirkungen treten bei Einmaldosis nur selten auf.

Eine Nachuntersuchung 3 Wochen und 3 Monate nach Behandlung wird für alle Schwangeren Frauen empfohlen.

Die Behandlung mit den Antibiotika Doxyxyclin und Ofloxacin sollten schwangere Frauen unbedingt vermeiden, da diese die Entwicklung des Fötus stören könnten.

So kann Doxycyclin zum Beispiel zu Knochenwachstumsstörungen, Verfärbungen der Zähne oder Zahnschmelzdefekten beim Fötus führen.

Behandlung des Anus (Proktitis-Therapie)

Durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder die gemeinsame Verwendung von Sexspielzeug kann sich eine urogenitale Chlamydien-Infektion auch auf den Anus ausbreiten (Proktitis). Diese Infektion wird mit Doxycyclin, Azithromycin oder Erythromycin behandelt.

Chlamydien und Arthritis

Eine Infektion mit Chlamydien zählt zu den häufigsten Ursachen für sogenannten reaktive, d.h. als Spätfolge einer Erkrankung entstandenen Arthritis. Gelenkschmerzen und entzündete Gelenke innerhalb der ersten vier Wochen nach einer Chlamydien-Infektion deuten darauf hin, dass sich die Bakterien auf die Gelenke ausgebreitet haben.

Behandelt wird in diesem Fall zunächst die zugrunde liegende, noch immer bestehende Chlamydien-Infektion. Die durch die Chlamydien ausgelöste Arthritis kann allerdings nicht mit Antibiotika behandelt werden.

Spontanheilung: Heilung ohne Behandlung mit Antibiotika

Eine Chlamydien-Infektion kann in einigen Fällen ohne Antibiotika von selbst ausheilen. Auf eine Spontanheilung sollte man aber nicht hoffen, da sie unkontrollierbar ist.

Oft wird eine Chlamydien Infektion aufgrund fehlender Symptome nicht entdeckt und bei der Mehrheit der Patienten verschwinden die Symptome einer unbehandelten Infektion nach etwa vier Wochen von allein.

Dies bedeutet nicht, dass die Infektion abgeklungen ist – eine Spontanheilung ist selten und kann nicht garantiert werden.

Bei Frauen besteht die Infektion meistens ohne Symptome fort. Bleibt sie unbehandelt, kann es einer Vielzahl von Komplikationen und Spätfolgen kommen, u.a. zu

  • Infektionen des Muttermunds
  • Beckenentzündung
  • Unfruchtbarkeit

Hinzu kommt, dass auch Erkrankte ohne Symptome weiterhin ansteckend sind. Die Behandlung mit Antibiotika ist daher unerlässlich.

Gibt es Hausmittel gegen Chlamydien?

Im Netz werden zwar folgende Mittel bei einer Chlamydien Infektion erwähnt, welche jedoch wirkungslos sind:

  • Ingwer
  • Ibuprofen
  • Angocin
  • Antiseptische Salben

Keines dieser Hausmittel zeigt heilende Wirkung. Die Bakterien, die die Infektion auslösen, können nur durch Antibiotika abgetötet werden.

Wirklichen Mehrwert in der Behandlung von Chlamydien können in einigen Fällen daher unter den frei erhältlichen Hausmitteln nur entzündungshemmende Salben bieten, welche allerdings nur die Symptome lindern können.

Gibt es homöopathische bzw. alternative Therapie gegen Chlamydien?

Mit Mitteln aus der Homöopathie bzw. Naturheilkunde kann eine Chlamydien-Infektion nicht geheilt werden.

Gibt es eine Impfung gegen Chlamydien?

Eine Spritze gegen Chlamydien gibt es derzeit nicht. Zwar wird seit rund 100 Jahren daran geforscht, doch gibt es bisher keinen zuverlässigen Impfstoff. Da der Körper keine Antikörper gegen Chlamydien bildet, ist auch nach einer überstandenen Infektion niemand immun gegen Chlamydien.

 

Referenzen & Bildrechte

* Chlamydien Frage cyberdoktor

** euroclinix.net Chlamydien Behandlung Unterschiede Frau und Mann

Chlamydiosen (Teil 1): Erkrankungen durch Chlamydia trachomatis www.rki.de

 

>