Chlamydien: Was Sie über die Infektion wissen müssen

Chlamydien: 20 Fakten, die Sie über die Infektion wissen müssen

1) Was sind Chlamydien? Chlamydia trachomatis sind Bakterien, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden und bei Nichtbehandlung zur Unfruchtbarkeit führen können.

2) Auslöser: Chlamydia trachomatis Bakterien.

3) Chlamydien-Infektionen in Deutschland:  Ca. 100.000 Frauen sind kinderlos aufgrund einer unbehandelten Chlamydien-Infektion. Ca. 300.000 Neuerkrankungen jährlich.

4) Meldepflicht: besteht nicht.

5) Risikogruppen: alle sexuell aktive Menschen im Alter von 15-25 Jahren. Die höchste Ansteckungs-Rate liegt bei Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren (sexuell aktiv).

6) Wie ansteckend sind Chlamydien? – Ungeschützter Kontakt mit infizierten Schleimhäuten reicht für die Übertragung meist aus.

7) Wie bekommt man Chlamydien? Übertragung erfolgt meist durch sexuellen Kontakt (Schleimhäute-Austausch Penis-Mund-Vagina-Rektum-Augen.)

  • Schleimhautkontakt mit infizierter Person (Oral, Anal, Vaginal, Augen)
  • Gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug
  • Küssen, gemeins. Benutzung von Bettwäsche, Toiletten, Handtüchern gehören nicht dazu.

8) Inkubationszeit: erste Symptome meist 1-3 Wochen nach Ansteckung.

9) Krankheitsverlauf: Infektion bleibt meist unbemerkt. Auftretendte Symptome können schnell vergehen, Infektion bleibt.

10) Chlamydien Symptome: bei ca. 50% der infizierten Männer und 70% der infizierten Frauen verläuft die Infektion ohne Symptome.
 Ansonsten wässriger bis eitriger Ausfluss aus Po, Penis, Scheide, Juckreiz, Schmerzen beim Wasserlassen und beim Anal- oder Vaginalverkehr.

11) Diagnose: Urin- oder Abstrichtest beim Arzt oder per Heimtest. Bluttest kann keine akute Infektion nachweisen, da er nur Anti-Körper misst, welche von früheren Infektionen stammen können.

12) Schnelltests für Zuhause: Urin- oder Abstrichtests sind online erhältlich, zum Beispiel bei Amazon (klick!)

13) Untersuchungskosten Arzt: 30-120€. Für Frauen bis 25 Jahren kostenfrei 1 x jährlich*

14) Behandlung: mit Antibiotika.

15) Heilung möglich? Die Chlamydien-Infektion heilt bei rechtzeitiger Behandlung mit Antibiotika ohne Folgeschäden aus.

16) Folgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion:

  • FRAUEN: Entzündung der Gebärmutter und Eileiter (ca. 40% der Infektionen) –> Verklebungen und Vernarbungen der inneren Geschlechtsorgane –>  Eileiterschwangerschaften, Unfruchtbarkeit
  • SCHWANGERE: mögliche Frühgeburten, Bindehaut- oder Lungenentzündungen beim Neugeborenen
  • MÄNNER: Entzündungen im Genitalbereich -> mögliche Unfruchtbarkeit

17) Infektionsrisiko minimieren:

  • Benutzung von Kondomen bei jeder Art GV (oral, vaginal, anal)
  • Kondome schon vor beim Vorspiel benutzen
  • Kondome für Sexspielzeuge benutzen.
  • Kondome sind aber kein 100% Schutz.
  • Sexualpartner nicht oder selten wechseln (senkt das Infektionsrisiko)

18) Impfungen: es gibt bisher keine Impfungen gegen Chlamydien.

19) Sonstige Maßnahmen: in der Behandlungszeit auf Sex besser verzichten.

20) „Ping-Pong Effekt“ vermeiden: beide Sexpartner sollten behandelt werden, um gegenseitige Wiederansteckung zu vermeiden. Dies gilt auch dann, wenn Chlamydien nur bei einem der Partner nachgewiesen wurden. Bis Ende der Behandlung auf Sex verzichten.

 

 Chlamydien unter Microskop.

Chlamydien Bakterien unter Microskop. Wie gefährlich sind sie? Erfahren Sie es auf dieser Seite>>

Chlamydien-Infektionen gehören zu den häufigsten Krankheiten, die durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Sobald Betroffene eine Infektion vermuten, besteht jedoch kein Grund zur Panik.

Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto größer sind auch die Heilungschancen. In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie über Chlamydien wissen müssen.

Was sind Chlamydien?

Eine Chlamydien-Infektion ist eine Geschlechtskrankheit, die durch Sex übertragen wird (soweit es sich um Chlamydia trachomatis handelt). Verursacht wird die Geschlechtskrankheit durch die Bakterienart Chlamydia trachomatis, die in erster Linie die Schleimhäute der Geschlechtsorgane (Vagina, Penis, Anus, Harnröhre) befällt.

Chlamydien können auch den Rachen besiedeln, wenn sie durch Oralverkehr übertragen werden. Allerdings sind die Erreger nach ein paar Wochen verschwunden, weshalb sie keine Erkrankung auslösen. Statistisch gesehen sind mehr Frauen als Männer (meist unter 25 Jahren) von der Erkrankung betroffen.

Eine Chlamydien-Infektion ist eine schleichende Erkrankung, die größtenteils symptomlos verläuft. 70 bis 80 Prozent aller Frauen und Männer haben nach einer Chlamydien-Infektion keine Beschwerden.

Wird eine Erkrankung über einen längeren Zeitraum nicht behandelt, kann sie, insbesondere bei Frauen, zur Unfruchtbarkeit führen.

Symptome und Folgen

Eine Chlamydien-Infektion verläuft größtenteils vollkommen symptomlos. Da die Erkrankung lange Zeit unbemerkt bleibt, ist die Gefahr der Ansteckung hoch. Vor allem dann, wenn Sie keine Kondome benutzen.

Die Symptome einer Chlamydien-Infektion sind unterschiedlich. Viele Frauen und Männer leiden unter einem wässrigen, eitrigen Ausfluss, der von einem brennenden Gefühl während des Wasserlassens begleitet wird.

Auch wenn Sie eine Chlamydien-Infektion vermuten, besteht dennoch kein Grund zur Panik. Falls Sie die eben genannten Symptome bei sich bemerken, sollten Sie die Ursache von einem Arzt abklären lassen.

Vor allem Frauen sollten sich von einem Frauenarzt untersuchen lassen, da die Infektion, sofern sie nicht rechtzeitig behandelt wird, zur Unfruchtbarkeit führen kann.

In der Regel nisten die aggressiven Bakterien sich in der Gebärmutterschleimhaut ein, bevor sie die Gebärmutter und den Gebärmutterhals befallen. Infolgedessen kann der Ausfluss sich verstärken. Darüber hinaus können Zwischenblutungen, Juckreiz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten.

Da der Körper die Erreger abzuwehren versucht, ist der Organismus zusehends geschwächt. Sobald die Entzündung sich weiter ausbreitet, können auch die Eileiter betroffen sein.

Fieber und Schmerzen im Unterleib gehören in diesem Fall zu den häufigsten Symptomen einer fortgeschrittenen Chlamydien-Infektion. Schreitet die Entzündung weiter voran, können die Eileiter verkleben und vernarben, sodass eine Schwangerschaft nahezu ausgeschlossen ist.

Bei Männern geht eine Chlamydien-Infektion mit einer Entzündung der Prostata, Nebenhoden und Harnröhre einher, wobei eine Unfruchtbarkeit ebenfalls nicht auszuschließen ist.

Eine Chlamydien-Infektion der Darmschleimhaut geht gewöhnlich mit einem schleimigen, eitrigen Ausfluss aus dem Po sowie mit einem Analekzem, Juckreiz und Durchfall einher. Auch können Schmerzen beim Analverkehr auftreten.

Mehr Infos hier: Chlamydien Symptome Frau & Mann

Übertragung von Chlamydien

Grundsätzlich werden Chlamydien durch Geschlechtsverkehr (Vaginal- und Analverkehr ohne Kondom), Oralverkehr und Sexspielzeug übertragen.

Sobald es zu einem direkten Schleimhautkontakt kommt, ist die Gefahr groß, dass Sie sich mit Chlamydien infizieren. Dies ist auch dann der Fall, wenn Sie mit infektiösen Flüssigkeiten (Vaginalsekret, Urin, Sperma, Lusttropfen) in Kontakt kommen. Zwischen dem Zeitpunkt der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung liegen in der Regel eine bis drei Wochen.

Chlamydien wirken sich selbst auf das ungeborene Kind negativ aus. Eine schwere Bindehaut- und Lungenentzündung sind nicht selten die Folgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion. Im schlimmsten Fall können die Erreger eine Frühgeburt auslösen.

Hier finden Sie Infos zur Chlamydien Übertragung.

Folgen einer Chlamydien-Infektion

Eine Chlamydien-Infektion führt zwar nicht immer zur Unfruchtbarkeit, jedoch ist das Risiko einer Infertilität besonders hoch. Von einer Unfruchtbarkeit sind nicht nur Frauen, sondern auch Männer betroffen, die die Erkrankung meist gar nicht bemerken. In Deutschland gibt es derzeit über 100.000 Frauen, die aufgrund einer Chlamydien-Infektion kinderlos bleiben.

Als Spätfolgen einer Chlamydien-Infektion kommen Vernarbungen oder Verklebungen der inneren Geschlechtsorgane infrage, weshalb bei einer Chlamydien-Infektion des Öfteren Eileiterschwangerschaften auftreten.

Auch steigt bei einer unbehandelten Erkrankung das Risiko einer HIV-Infektion, weil die Schleimhäute durch die Entzündung durchlässiger werden und der Organismus geschwächt ist. Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern können in diesem Fall nicht nur eine Chlamydien-Infektion, sondern auch HIV übertragen.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders gefährdet sind vor allem Menschen, die ungeschützten Vaginal-, Anal- und Oralverkehr praktizieren. Deshalb ist die Benutzung eines Kondoms auf jeden Fall ratsam, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.

Auch sollten Sie ein Kondom verwenden, wenn Sie Ihr Liebesspiel mit Sexspielzeugen bereichern. Durch einen Kuss oder die gemeinschaftliche Benutzung von Bettwäsche, Toiletten und Handtüchern können Chlamydien nicht übertragen werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Die Benutzung von Kondomen zählt zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen, um Chlamydien-Infektionen zu verhindern. Des Weiteren kann eine gesunde Lebensweise, die aus einer ausgewogenen, vitaminreichen Ernährung und Sport besteht, zur Stärkung des Immunsystems beitragen.

Hygienemaßnahmen im Alltag können die Gefahr einer Ansteckung zudem minimieren. Nicht selten werden Chlamydien aufgrund einer mangelnden Intimhygiene übertragen. Aus diesem Grund sollte der Intimbereich nach jedem Toilettengang gesäubert werden, um die Besiedlung von Chlamydien, Kolibakterien und Pilzen zu verhindern, die bevorzugt den Scheiden- und Anus-Bereich besiedeln. Urin- und Spermarückstände an Eichel und Vorhaut stellen zudem ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar.

Habe ich Chlamydien?

Sobald der Verdacht besteht, dass Sie sich mit Chlamydien infiziert haben, sollten Sie rechtzeitig einen Arzt aufsuchen, um mögliche Folgeerkrankungen zu vermeiden. Ein Arztbesuch ist vor allem dann ratsam, wenn mehrere Symptome (Ausfluss, Juckreiz, Schmerzen) gleichzeitig auftreten. Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem Sexualpartner, falls er dieselben Symptome aufweist.

Chlamydien-Tests zur Früherkennung

Der Chlamydien Test Mann (und Frau) kann durch eine Urinprobe oder einen Abstrich erfolgen, und dasselbe gilt auch für Frauen. Wichtig: ein Bluttest kann keine Aussagen darüber machen, ob eine akute Infektion vorliegt, da der Bluttest nur die Antikörper im Blut messen kann (welche auch nach erfolgreicher Chlamydien Behandlung mit Antibiotika im Blut bleiben.)

Die einfachste Möglichkeit, um eine Chlamydien-Infektion auszuschließen, ist ein Chlamydien-Schnelltest. Schauen Sie einfach hier vorbei, um sich über einen Chlamydien-Schnelltest zu informieren. Mit diesem Test können Sie binnen kürzester Zeit erfahren, ob Sie sich mit Chlamydien infiziert haben. Falls Sie unter einer Chlamydien-Infektion leiden, sollten Sie die Infektion schnellstmöglich behandeln lassen.

Chlamydien wirksam behandeln

Chlamydien werden ausschließlich mit Antibiotika behandelt. Je nach Medikament sind die Erreger nach sieben bis zehn Tagen wieder verschwunden, jedoch kann die Therapie einer chronischen Chlamydien-Infektion auch etwas länger dauern. Während einer Behandlung sollten Sie auf Sex oder andere sexuelle Praktiken gänzlich verzichten, um eine Übertragung der Erreger oder eine erneute Chlamydien-Infektion zu vermeiden. Da der Partner in der Regel dieselben Symptome aufweist, sollte er sich ebenfalls untersuchen lassen.

Wie läuft ein Besuch beim Arzt ab?

Da eine Chlamydien-Infektion zu einer Unfruchtbarkeit führen kann, müssen Frauen die Erkrankung besonders ernst nehmen. Auch wenn lediglich der Verdacht besteht, an einer Chlamydien-Infektion erkrankt zu sein, sollten Sie einen Frauenarzt konsultieren. Ein Arztbesuch ist auch dann empfehlenswert, wenn das Ergebnis des Selbsttestes negativ ausfällt.

Neben einem Urintest wird der behandelnde Arzt einen Zell-Abstrich des Gebärmutterhalses vornehmen, um eine Infektion zu bestätigen oder auszuschließen. Sobald der ärztliche Test positiv ausfällt, handelt es sich meistens um eine frische Infektion, die der Arzt umgehend mit einem hochwirksamen Antibiotikum behandelt.

Leider werden die Kosten einer eingehenden Untersuchung nur dann von den Krankenkassen übernommen, wenn der behandelnde Arzt eine Chlamydien-Infektion vermutet. Sobald Patienten lediglich den Verdacht einer Infektion hegen, die Erkrankung jedoch nicht bestätigt wird, müssen die Kosten alleine getragen werden. Bis zum vollendeten 25. Lebensjahr werden die Kosten (einmal pro Jahr) von den Krankenkassen übernommen. Infizieren Betroffene sich in demselben Jahr ein weiteres Mal, ist die Behandlung als Privatleistung anzusehen.

Da Schwangere den Erreger auf ihr ungeborenes Baby übertragen können, ist der Chlamydien-Test ein fester Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge. Auf diese Weise kann das Risiko einer Frühgeburt, die durch Chlamydien verursacht wird, weitestgehend minimiert werden. Übrigens sollten Sie bei einer Chlamydien-Infektion nicht gleich Ihren Partner verdächtigen. Oftmals liegt der Zeitpunkt der Ansteckung Monate oder Jahre zurück. Sofern Sie nicht wissen, ob Sie und Ihr Partner gesund sind, sollten Sie beim Sex stets ein Kondom benutzen.

Ist eine vollständige Heilung möglich?

Eine erfolgreiche Therapie einer Chlamydien-Erkrankung ist ausschließlich mit einem hochwirksamen Antibiotikum möglich. Allerdings sind die Folgeschäden einer Infektion, insbesondere eine Verklebung oder Vernarbung der Eileiter, nicht behandelbar.

Gibt es eine Impfung gegen Chlamydien?

Leider gibt es bislang noch keine Impfung gegen Chlamydien. Kondome sind immer noch die einzige Möglichkeit, um sich vor Chlamydien zu schützen.

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Wann ist ein Test Besonders Wichtig

– Bei mehreren oder neuen Sexualpartnern sollte man sich auf Chlamydia testen lassen
– Alle schwangeren Frauen sollten sich auf Chlamydia testen lassen
– 3 Monate nach Behandlung einer Chlamydieninfektion sollte man sich zusammen mit dem Partner nochmals testen lassen.

Wenn Sie mit Chlamydia Erregern in Kontakt gekommen sind, kann man diese durch einen relativ unkomplizierten Test nachweisen.

Zu welcher Bakterien-Art gehören Chlamydien?

Als Chlamydien man bezeichnet man alle Arten der Familie Chlamydiaceae. Es sind kleine Bakterien, die nur in einer Wirtszelle überleben und sich nur dort vermehren können. Chlamydien (im Voksmund auch Clamydien oder Glamydien) gibt es in verschiedenen Formen. Chlamydia Pneumoniae und Trachomatis. Die letzteren sind die sexuell übertragbaren.

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Chlamydien weltweit:

Chlamydia world map - DALY - WHO2004

Diese Karte zeigt die Verteilung der Chlamydieninfektionen weltweit. Rot bedeutet ca. 100 Fälle pro 100000 Einwohner und Gelb bedeutet weniger als 10 (immer steigend mit dem Frabverlauf von Gelb nach Rot)


Bildrechte:

Chlamydien Karte: Lokal_Profil [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Weitere Referenzen:

* Chlamydien Screening Frauen unter 25 Jahren: www.g-ba.de

www.eltern.de

Welt.de über Chlamydien.